Mentale Gesundheit: Die 3 Komponenten in der Acceptance Commitment Therapie

mentale Gesundheit: Mann mit schwarzer Kappe genißt den Moment der Sonne auf deinem Gesicht

 

Mentale Gesundheit und deren Aufrechterhaltung, Wiederherstellung und Erlangung sollte uns allen am Herzen liegen. War das Thema psychischer Belastungen und Störungen in älteren Generationen noch ein Tabuthema, findet es in den Generationen Y und Z glücklicherweise mehr Aufmerksamkeit. Kein Wunder, erlebt doch im Schnitt jeder Fünfte im Laufe seines Lebens mindestens eine Depression, und rund ein Viertel eine Form von Angststörung. Diese Zahlen stammen aus Zeiten vor der Pandemie – und Dinge haben sich dank ebenjener diesbezüglich sicherlich nicht zum Besseren gewendet. Noch gar nicht zu sprechen von leichteren psychischen Belastungen, die zwar keine Diagnosekriterien erfüllen, sich aber sicherlich nicht „leicht“ anfühlen.

 

Mentale Gesundheit in der ACT

 

Doch was können wir tun? Ich möchte heute kurz und knapp mentale Gesundheit im Sinne der Acceptance Commitment Therapie (ACT) vorstellen. Dort bedeutet psychische Gesundheit psychologische Flexibilität. Wenn wir psychologisch flexibel sind, handeln wir nicht im Autopilot und nach festgefahrenen Mustern, sondern besitzen die Fähigkeit, unser Verhalten flexibel an die vorliegenden Umstände anzupassen, um effektives Handeln zu ermöglichen. Wir sind im Stande, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Das beinhaltet drei Komponenten.

 

Psychologische Flexibilität: Sei präsent, öffne dich, und tue was zählt.

 

1. Sei präsent

 

Präsent zu sein heißt mit dem aktuellen Moment verbunden zu sein. Es bedeutet, sich gänzlich darauf zu fokussieren, was du gerade tust oder wahrnimmst. Das bezieht sich auf die äußere Umwelt, aber auch auf das innere Erleben. Du bist also voll bei der Sache, statt dir über die Zukunft sorgen zu machen oder in der Vergangenheit zu schwelgen. Präsent zu sein ist ein starkes Mittel gegen Grübeln, und kann Genuss fördern.

Präsenz bedeutet auch, zu erkennen, dass eigene Gefühle und Gedanken nur ein Teil der eigenen Person sind, so ähnlich wie Schachfiguren (Gedanken und Gefühle) auf einem Schachbrett (wir, die das alles wahrnehmen). Diese Perspektive ist hilfreich, wenn es darauf ankommt, Distanz zu verwickelnden Gedanken und Gefühlen einzunehmen.

 

2. Öffne dich

 

Offen zu sein heißt, eine akzeptierende Haltung gegenüber dem einzunehmen, was sich nicht ändern lässt. Wenn es eine unangenehme Situation gibt, die sich erstmal nicht ändern lässt, geht das in der Regel mit unangenehmen Gefühlen einher. Das Akzeptieren von unangenehmen Gefühlen bedeutet, ihnen Raum zu geben, sodass der Kampf gegen diese Gefühle aufgegeben, und die eigene Energie besser investiert werden kann.

Offenheit bedeutet auch, schwierige Gedanken zu erkennen und zu entschärfen. Das können z.B. Gedanken sein, die dich oder deine Umwelt kritisieren. Oder sorgenvolle Gedanken. Wenn du lernst, unangenehme Gedanken zu entschärfen, nimmst du ihnen die Macht, dich zu stören, zu belasten, zu deprimieren und dir Sorgen zu bereiten. Gedanken zu entschärfen bedeutet, die nötige Distanz zu ihnen herzustellen, um sie aus einer neutraleren Perspektive betrachten zu können.

 

3. Tue was zählt

 

Tun was zählt heißt zum Einen zu wissen was zählt, also die eigenen Werte kennen. Dir über deine eigenen Werte klar zu werden ist ein wichtiger Schritt und gibt deinem Leben Sinn. Deine Werte sind das, was dir zutiefst am Herzen liegt. Sie sind richtungsweisend im Leben und helfen, dich zu wichtigen Schritten zu motivieren.

Zum Anderen heißt tun was zählt commited zu Handeln. Erst wenn aus Gedanken und Worten Taten werden, kannst du dir das Leben schaffen, das bedeutungsvoll und reich ist. Commitment ist dabei wichtig – also trotz widriger Umstände wie Rückschlägen und Misserfolgen immer wieder effektiv zu handeln.

 

Dies sind also die drei Komponenten psychologischer Flexibilität in der ACT. In diesem 20 minütigen TEDx Talk hält Mitbegründer der ACT Steven C. Heyes einen berührenden Vortrag über psychologische Flexibilität und wie er selbst einen Weg gefunden hat, seine Panikattacken mit deren Hilfe zu überwinden.

Was hältst du vom Konzept psychologischer Flexibilität? Wie steht es um deine eigene mentale Gesundheit? Bist du fähig, präsent zu sein, dich zu öffnen, und zu tun was zählt? Solltest du dabei Schwierigkeiten erleben, kann ich dich gerne auf dem Weg hin zu mehr psychologischer Flexibilität begleiten. Schreibe mir dazu einfach gleich eine Nachricht.

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