Einfaches Wunderwerkzeug: Tagebuch schreiben

Tagebuch schreiben

 

Ursprünglich wurde das Tagebuch Schreiben als therapeutisches Werkzeug im Zuge der Erforschung von dem Verarbeiten traumatischer Erlebnisse als wirksame Methode entdeckt. Ein Beispiel dafür ist das Erdbeben in der San Francisco Bay Area 1989, durch das viele Menschen mit Verlust konfrontiert waren. Die Menschen wollten sich gegenseitig von ihren traumatischen Erlebnissen erzählen. Das sprechen über traumatische Erlebnisse hat einen positiven Effekt für Betroffene – sie können ein Stück Ballast los werden und verarbeiten. Aber auf Kosten der ZuhörerInnen (wenn diese dafür nicht ausgebildet sind). Diesen geht es danach oft schlechter. Die Lösung – das Aufschreiben der eigenen traumatischen Erfahrungen.

Menschen, die nach traumatischen Erlebnissen Tagebuch führen und Erlebtes schriftlich verarbeiten, zeigen eine verbesserte Stimmung und eine Stärkung ihres Immunsystems. Aber nur, wenn sinnstiftende Begriffe (wie “weil” oder “Grund”) und Einsichten (“realisieren”, “wissen”, “verstehen”) formuliert werden können (Link zur Studie).

Aber auch das Tagebuch Schreiben unabhängig von dem Erleben von Trauma hat wunderbare Effekte. So verbessert es das Gefühl von Selbstwirksamkeit und Kontrolle im eigenen Leben, wie eine Studie zeigen konnte. Wer darüber schreibt, was am heutigen Tage passiert ist, und dabei über sich selbst und das eigene Erleben und Verhalten reflektiert, dem kann mehr und mehr bewusst werden, was im eigenen Einflussbereich liegt.

Tagebuch schreiben hilft auch, alles was im Kopf an Gedanken unklar, vage und verworren ist, zu ordnen, sortieren und klarer zu machen. Das Aufschreiben kann helfen, zu bestimmten Dingen Abstand zu finden, eben weil sie zu Papier gebracht wurden. Durch das Aufschreiben und “Ablegen” durch zu Papier bringen werden außerdem kognitive Ressourcen freigesetzt. Es konnte gezeigt werden, dass dadurch sich aufdrängende Gedanken bezüglich negativer Ereignisse reduziert werden.

Tagebuch Schreiben kann auf verschiedene Art und Weisen stattfinden. Du kannst über die Tagesgeschehnisse berichten, dich mit Problemen auseinander setzten, dein Erleben und Verhalten reflektieren, oder / und einen ganz bestimmten Fokus setzten. Z.B. darauf, was dir an dem Tag gut gelungen ist; wofür du dankbar bist; wie du mit dem, was du dir momentan als Ziel gesetzt hast, voran geschritten bist. Damit kannst du deine Aufmerksamkeit schärfen. Tatsächlich gibt es Evidenz dafür, dass das Aufschreiben, wofür man dankbar ist (und es ist egal wie klein diese Dinge sind) einen positiven Effekt auf das Serotonin System hat (welches wiederum mit einem Gefühl von Wohlbefinden verknüpft ist).

Tagebuch schreiben hilft dir also, traumatische Ereignisse zu verarbeiten, wenn sinnstiftende Begriffe und Einsichten formuliert werden können. Es hilft außerdem, Gedanken zu ordnen, diese abzulegen und setzt so mehr kognitive Ressourcen frei, weil sich aufdrängende Gedanken reduziert werden können. Letztlich hilft es außerdem, dich selbstwirksamer zu fühlen und mehr zu spüren, dass du Kontrolle in deinem Leben hast. Das Dankbarkeitstagebuch kann darüber hinaus zu einem höheren Wohlbefinden beitragen.

Was sind deine Erfahrungen mit dem Führen eines Tagebuches? Kann dir dieser Artikel als Erinnerung dienen, vielleicht (wieder) damit anzufangen? Teile deine Meinung gern in den Kommentaren.

 

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