Eine Übung für mehr Selbstakzeptanz und Wertschätzung

Ein wiederkehrendes Thema in meiner Psychologischen Online Beratung sind Zweifel an der eigenen Person. Immer wieder erlebe ich mit KlientInnen, dass es einen hohen Anspruch an sich selbst gibt. Können diese Erwartungen nicht erfüllt werden, führt das unter anderem zur Beeinträchtigung des Selbstwertes. Viele Frauen und Mütter haben einen kritischen Blick sowohl für das Aussehen ihrer Körper als auch anderer Aspekte ihrer eignen Person, wobei das Phänomen der Unzufriedenheit mit dem Aussehen des eigenen Körpers auch mehr und mehr Männer betrifft.

Das in der Gesellschaft vertretene Schlankheitsideal und die Häufigkeit, in welcher wir diesem Ideal entsprechende Körper präsentiert bekommen (Social Media, Werbungen in Fernsehen und Internet, Magazine), hängen wahrscheinlich mit der problematischen Selbstwahrnehmung des eigenen Körpers zusammen. Vielleicht haben viele Frauen auch schon als Kinder gelernt, besonders dann Aufmerksamkeit zu bekommen, wenn sie „hübsch“ aussehen (und ich plädiere – speise das Selbstbewusstsein deiner Kinder aus anderen Quellen).

Eine Übung, um einen wertschätzenderen Blick für die eigene Person und den eigenen Körper zu schaffen, ist die Spiegelübung. Hierbei stellst du dich ungestört für mindestens zehn Minuten mit so wenig Kleidung wie möglich (z.B. in Unterwäsche) vor einen Spiegel. Schreibe dabei zehn positive Dinge auf, die dir an dir auffallen und gerne mehr, wenn mehr geht. Diese Dinge sollten ein paar physische, können aber auch emotionale, intellektuelle und soziale Qualitäten sein. Ein Beispiel:

 

„Ich mag meine starken Beine“,Ich kann gut zuhören, das gefällt mir“, „Ich mag mein Lachen“,Mir gefällt, dass meine Freunde wissen, sie können sich auf mich verlassen“ oder „Ich mag, dass ich drei Sprachen sprechen kann“

 

Du kannst diese Aufgabe durchführen, auch wenn sie dir zunächst schwierig erscheint. Es soll dir helfen, deine Wahrnehmung für deine positiven Eigenschaften zu schärfen. Sei auch achtsam gegenüber anderen aufkommenden Gedanken und Gefühlen. Versuche nicht, gegen sie anzukämpfen. Dass dein Kopf ganz automatisch mit negativen Gedanken daherkommt ist normal, und hat nicht zu bedeuten, dass es keinen Platz für positive gibt. Du kannst lernen, auch negative Gedanken und Gefühle in dir zu tragen, ohne sie zu verurteilen, und gleichzeitig einfach ein bisschen mehr Aufmerksamkeit auf die positiven legen.

Was hältst du von dieser Übung? Denkst du, sie könnte dir in irgendeiner Form nützlich sein? Inwiefern hat sich dein Selbstbild verändert, zum Beispiel durch die Geburt deines Kindes, einen Umzug ins Ausland oder andere bedeutsame Lebensereignisse? Hinterlasse gerne einen Kommentar. Wenn dir diese Übung gefällt, teile sie gerne mit anderen. Außerdem kannst du dir meinen letzten Beitrag anschauen, dort findest du eine Übung, die dir helfen kann, dein Leben (wieder) mehr genießen zu lernen.

 

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